Okkultismus

Der Begriff Okkultismus (lat. occultus = verborgen, geheim, verdeckt) ist ein unklar abgegrenzter Sammelbegriff für Phänomene, Praktiken und weltanschauliche Systeme, die auch als ‚esoterisch‘, ‚paranormal‘, ‘übersinnlich’, oder Ähnliches bezeichnet werden. Der Begriff ‚das Okkulte‘ wird häufig auch als vage Sammelbezeichnung für das Unerklärte verwendet.

Geschichte des Okkultismus

Wurzeln des Okkultismus lassen sich bereits in der Antike finden. Der moderne Okkultismus jedoch entsteht zeitgleich mit dem Spiritismus etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Eng damit verbunden ist die Idee, durch unterschiedliche Methoden und Praktiken mit der sog. ‚Geisterwelt‘ kommunizieren zu können. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts sind spiritistische Sitzungen äußerst beliebte ‘Gesellschaftsspiele’, die jedoch mit den Weltkriegen zunehmend in Vergessenheit geraten. In den 70er Jahren entsteht eine erneute ‚Okkultismuswelle‘. Vor allem Jugendzeitschriften machen okkulte Praktiken publik. Die vom Land Baden-Württemberg geförderte Parapsychologische Beratungsstelle leistet seit über 25 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung.

Okkulte Praktiken

Im engeren Sinne versteht man unter okkulten Techniken:

  • Gläser- und Tischrücken
  • Wünschelrutengehen
  • Pendeln
  • Seancen

Dabei ist das Gläserrücken die am meisten unter Jugendlichen verwendete Technik. Davon zu unterscheiden sind die sog. mantischen Techniken, bei welchen ein Orakel zur Zukunft befragt wird, z.B:

  • Tarotkarten
  • Kaffeesatz

Beide Techniken werden oft miteinander vermischt angewendet, haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen.

Weshalb beschäftigen sich Jugendliche mit Okkultismus?

  • existentielle Fragen werden angesprochen (Sinn, Tod, Liebe, etc.)
  • Ich-Findung (Identifikation)
  • alternativer Weltentwürfe entwickeln
  • Bewusstseinserweiterung
  • Neugierde, Spiel
  • eigenen Handlungsraum erweitern
  • Grenzerfahrungen/ veränderte Bewusstseinszustände
  • Handlungskontrolle nach Ohnmachtserfahrungen wieder erlangen
  • Orientierungshilfe und Komplexitätsreduktion
  • intensive Gruppenerlebnisse

Im Umgang mit dem Okkulten können folgende Risiken und Nebenwirkungen entstehen:

  • Ängste
  • Ratlosigkeit
  • Schuldgefühle (Angst mit den falschen Mächten im Pakt zu sein)
  • Verunsicherung durch unerklärliche Phänomene
  • Gefühl der Fremdbestimmung

 

 

Buchempfehlung:

Lucadou, W.v.; Poser, M.: Geister sind auch nur Menschen – Was steckt hinter okkulten Erlebnissen. Herder:  Freiburg 1997.

 

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