Kennzeichen, Situation und Entwicklung des religiösen „Heilsmarktes“

In den vergangenen Jahren verändert sich der religiöse Heilsmarkt in einem derart rasanten Tempo, dass es kaum möglich ist, mit einer systematischen Beobachtung dieser Entwicklungen Schritt zu halten. Auffallend ist dabei, wie auch der Bereich Religion immer mehr kommerzialisiert und privatisiert wird. Das rasche Wachstum kommerzialisierter Spiritualität zeigen auch Schätzungen zu Umsatzzahlen des Esoterikmarktes. Längst stehen die klassischen „Jugend- und Psychosekten“ nicht mehr im Fokus der Aufmerksamkeit. Die Bevölkerung ist über klassische Gruppierungen wie die Zeugen Jehovas oder Scientology weitgehend aufgeklärt und entsprechend rückläufig sind hier auch die Mitgliedszahlen. Vielmehr sorgen heute die ständig neu entstehenden niederschwelligen esoterischen Angebote für einen erheblichen Beratungsbedarf. Werteorientierung, Religion, Esoterik und Spiritualität sind ein Wirtschaftsgut geworden und werden oft auf höchst professionellem Niveau vermarktet. Als Konsumenten kommen hier nicht nur Jugendliche, sondern Menschen aller Altersstufen in Frage. Der Trend zu kommerzialisierter Religion spiegelt sich auch im Bereich Okkultismus wieder. Mittlerweile zeigt sich, dass in der (Unterhaltungs-) Industrie gezielt (nicht nur okkulte) Trends erzeugt werden, die im Vergleich zu den originären Jugendtrends allerdings nur eine sehr kurze Dauer haben, sich dafür aber durch die neuen Medien extrem rasch verbreiten.

Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist die „Charlie-Charlie Challenge“, die im Mai 2015 initiiert wurde und binnen kürzester Zeit eine Internetepidemie auslöste. Zahlreiche Medien bezogen dazu Stellung. Anfragen, die von Eltern und Schulsozialarbeitern an die Beratungsstelle gerichtet wurden, spiegeln diesen Trend. Allerdings – und hier unterscheidet sich die Charlie-Charlie Challenge vom Gläserrücken der 80er Jahre- wurde dieser okkulte Trend als Promotion für einen am 27. August 2015 erscheinenden Horrorfilm (The Gallows) kreiert. Der einfache und unkomplizierte „Challenge“-Aufbau (Stift und Papier) garantiert eine schnelle Nachahmbarkeit. Gleichzeitig ist die Challenge so konzipiert, dass sich ohne Schwierigkeiten scheinbar verblüffende Effekte einstellen, die jedoch im Allgemeinen physikalisch erklärbar sind (Stifte bewegen sich z.B. durch Luftbewegung). Für die Anrufung der vermeintlichen Geister sind hier nicht ein kompliziertes Ritual und aufwändige Vorbereitungen notwendig, wie etwa beim Gläserrücken, sondern diese Challenge bietet eine „To Go“-Variante der Geisterbeschwörung und trägt dadurch charakteristische Züge wirtschaftlich erschaffener Jugendtrends. Die Form der Challenge garantiert überdies eine rasche schneeballsystemartige Verbreitung.

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Die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg

Die Einrichtung

Die Parapsychologische Beratungsstelle wurde 1989 von der „Wissenschaftlichen Gesellschaft zur Förderung der Parapsychologie e.V.“ (WGFP) in Freiburg eingerichtet, um auf dem Gebiet der Parapsychologie / ungewöhnliche Erfahrungen gezielte und sachgerechte Aufklärung zu betreiben. Sie ist einzigartig in der Bundesrepublik Deutschland und wird als öffentliche Dienstleistung vom Land Baden-Württemberg bezuschusst. Gegenwärtig werden in der „Parapsychologischen Beratungsstelle“ in Freiburg jährlich etwa 3000 Beratungs- und Informationsanfragen bearbeitet und mehr als 100 Informationsveranstaltungen durchgeführt. Dies übersteigt längst die vorhandene personelle und zeitliche Kapazität, zeigt aber, wie wichtig ein solches Angebot für die Öffentlichkeit ist, weil die Fülle von Angeboten des „Psycho-Markts“ zum Thema Grenzwissenschaften, Parapsychologie, Esoterik und New Age nicht ohne Wirkung auf das Alltagsbewusstsein geblieben ist. Oberflächliche, unzureichende oder falsche Informationen erwecken in der Bevölkerung nicht nur unbegründete Ängste und fehlgeleitete Hoffnungen sondern beeinträchtigen die Realitätswahrnehmung in einem Ausmaß, das nicht unterschätzt werden darf. Dabei haben magische und mythische Vorstellungen in der Alltagswelt eine erhabliche praktische Bedeutung. Oft ist es schwierig, solche Vorstellungen operational von einer naturwissenschaftlich-technischen Weltbetrachtung zu unterscheiden

Wir beraten und informieren zu folgenden Themen:

  • Ungewöhnliche menschliche Erfahrungen
  • Okkulte Praktiken
  • Psychotechniken
  • Parapsychologie
  • Hellseher, Wahrsager, Magier, Medien
  • Geistheilung, alternative Heilmethoden
  • Spuk
  • Magie, Hexerei
  • Probleme mit Sekten
  • Esoterik
  • Spirituelle Krisen

Anfragen und Mitteilungen werden selbstverständlich vertraulich behandelt.

Aufgaben

Aufgabe der Parapsychologischen Beratungsstelle ist es, Menschen Hilfestellung anzubieten, die durch ungewöhnliche Erfahrungen oder den Umgang mit Psychotechniken, okkulten Glaubenssystemen oder Psychogruppen Probleme bekommen haben. Ziel ist es, sie in die Lage zu versetzen, ihre Probleme selbst zu lösen. Hierzu gehört auch die gezielte psychotherapeutische Beratung von „Aussteigern“ aus sogenannte Psychosekten.

startsocial-Stipendiat 2008

Unsere Einrichtung wurde von startsocial unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin als herausragende soziale Initiative ausgewählt.

Fortbildung

Die Beratungsstelle führt Fortbildungsveranstaltungen für psychologische, psychiatrische und pädagogische Fachkräfte durch und unterstützt diese bei ihrer Arbeit. Sie betreibt eine gezielte und breit gefächerte Öffentlichkeitsarbeit und bietet Vorträge und Seminare an Schulen, Volkshochschulen, Fachhochschulen und Universitäten an. Die Mitarbeiter der Beratungsstelle stehen für Aufklärungsarbeit an Schulen sowie für Vorträge zu verschiedenen Themen zur Verfügung.

Forschung

Die Beratungsstelle sammelt für Forschungszwecke Berichte und Erfahrungen aus diesem Gebiet und betreibt eigene parapsychologische Forschungsprojekte.

 

Satanismus

Was ist Satanismus?

Satanismus ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Richtungen und Strömungen, die mitunter wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. Gerade durch die unkritische Sensationsberichterstattung in den Medien wird dieses gesellschaftliche Randphänomen häufig überbewertet.

Ursprünglich bezieht sich der Satanismus auf monotheistische Religionen, wie Christentum oder Judentum und geht dabei auf antike Vorstellungen einer dualistisch angelegten Welt zurück. Frühe Formen einer rituellen und bald auch kommerzialisierten Verehrung des Satans wurzeln im 17. Jahrhundert und finden ihr Motiv in einer Protesthaltung dem Christentum gegenüber.

Die vielfältigen Strömungen, welche dem Satanismus zugeordnet werden, sind heute schwer abgrenzbar und zeichnen sich gerade auch durch fließende Übergänge zu anderen Bewegungen und Weltanschauungen aus. Dabei gehört der sog. jugendzentristische Satanismus zu den populärsten Formen. Hier ist der sehr willkürliche und individuelle Mix aus okkult-magisch-spiritistischen Zusammenhängen besonders charakteristisch. Allerdings handelt  es sich dabei meist nur um eine vorübergehende Phase.

Verschiedene Richtungen

Subkulturelle Bewegungen wie die Gothic- oder Blackmetalszene bedienen sich v.a. einer satanistischen Symbolsprache, weisen ansonsten jedoch wenig inhaltliche Bezüge zu anderen Formen des Satanismus auf. Satanismus gibt es u.a. in folgenden Spielarten:

  • Ritueller Satanismus (Orden bzw. Logen mit festgelegtem Ritualsystem)
  • Rationalistischer/ philosophischer Satanismus (Satan als Symbol gesell. Auflehnung)
  • Okkultistisch-traditioneller Satanismus (bibl. Satansverständnis)
  • Acid-Satanismus (sadistische/ perverse Triebe und eigene Person stehen im Mittelpunkt)
  • Psychotischer Satanismus
  • Jugendzentristischer Satanismus (unorganisierte Gruppierungen)

Diese Strukturierung erlaubt auch Mischformen und ist keinesfalls abschließend.

Gründe für Jugendsatanismus

  • Protest und Abgrenzung
  • Autonomiebestrebungen
  • Neugierde und Experimentierfreudigkeit
  • Wunsch nach Macht und Aufwertung der Person
  • Gruppenidentität (Kontakt zu Gleichgesinnten, scheinbar verlässliche Beziehungen)
  • Befreiung von einem neg. Gottesbild

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Emotionale Abhängigkeit
  • Wirklichkeitsverlust
  • Hoher Konformitätsdruck
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Leistungsdruck
  • Zeitliche, körperliche oder seelische Überlastung
  • Ängste

Gesprächsleitfaden für Angehörige und Freunde von Sektenmitgliedern

Jemand den Sie kennen ist in eine spirituelle Gruppierung geraten, was nun?

 Der Anfangszustand in einer spirituellen Gemeinschaft lässt sich vergleichen mit dem Zustand des „frisch Verliebtseins“. Der Betreffende ist begeistert, schwärmerisch und sieht alles durch die rosarote Brille. Er hat den Eindruck in der Gruppierung endlich das gefunden zu haben, wonach er immer suchte. Für Kritik ist er in dieser Phase meist wenig empfänglich.

Für Sie als Außenstehende wirkt der Betreffende manchmal völlig fremd, seine Antworten vermitteln den Eindruck, als sei er einer gründlichen Gehirnwäsche unterzogen worden.

Klar, dass bei Ihnen sämtliche Alarmglocken schrillen. Doch was können Sie tun, um dem Betreffenden zu helfen?

Zunächst ist jede Menge Fingerspitzengefühl gefragt. Konfrontationen und Streits führen häufig dazu, dass der Betreffende sich komplett abwendet und keine  Gesprächsbereitschaft mehr zeigt. Bewahren Sie also Ruhe!

Wie können sie helfen?

  • Informieren Sie sich über die Gruppierung und bilden Sie sich eine eigene Meinung.
  • Halten Sie nach Möglichkeiten den Kontakt zu dem Betroffenen.
  • Stärken Sie Gemeinsamkeiten.
  • Sprechen Sie das Thema nicht zu oft an- das stärkt die Verteidigungshaltung Ihres Angehörigen.
  • Finden Sie heraus, was den Betroffenen an der Gruppierung fasziniert.
  • Vermeiden Sie lange und aufwühlende Diskussionen.
  • Vermeiden Sie Vorwürfe, Anklagen oder zynischen Bemerkungen
  • Bekunden Sie Interesse an der neuen Haltung des Betroffenen. (Interesse bedeutet nicht Zustimmung)
  • Zeigen Sie Respekt.
  • Spenden Sie kein Geld

Ziehen Sie rechtzeitig eine Grenze, wenn die Situation Sie zu sehr belastet. Scheuen Sie sich nicht professionelle Beratungsstellen einzuschalten. Behalten Sie Ihre eigenen Bedürfnisse im Blick.

Und nach dem Ausstieg?

Möglicherweise merkt der Betroffene nach einer bestimmten Zeit, dass die Gruppierung doch nicht so ganz „sein Ding“ war. Er steigt aus der Gruppierung aus. Was können Sie tun?

  • Keine Vorwürfe, wie „Ich hab´s dir ja gleich gesagt.“
  • Unterstützung anbieten.
  • Vertrauen betonen.
  • Hilfe beim Aufbau neuer sozialer Netze.
  • Verständnis für die schwierige Situation zeigen.
  • Betroffene müssen nicht alles was mit der Gruppe zusammenhängt völlig ablehnen.
  • Betroffene dazu ermuntern auch positive Aspekte zu würdigen.
  • Kontakt zu professionellen Beratungsstellen vermitteln

Zum Weiterlesen:

  • Klosinski, G.; Lucadou, W.v.; Mamay, I.: Ein Haus mit Fenstern aus Licht, Modellprojekt Odenwälder Wohnhof – ein Zuhause auf Zeit für Sektenaussteiger, Tübingen 2005.
  • Lucadou, W.v.(2014): „Gewalt in neureligiösen Gruppen? Destruktivität und Probleme von Sektenaussteigern“, in: Hermes Andreas Kick, Theo Sundermeier (Hg.) Gewalt und Macht in Psychotherapie, Gesellschaft und Kunst. Affekt Emotion Ethik Bd. 13. Lit Berlin 2014, 97-111.

Sekten/ Neue religiöse Bewegungen

Was ist eine Sekte?

Sekte kommt von lat. secta (‚Partei‘, ,Lehre‘ ) und war ursprünglich eine  wertneutrale Bezeichnung für eine religiöse, philosophische oder politische Richtung. Im heutigen Sprachgebrauch hat der Begriff einen tendenziell abwertenden Charakter. Er bezieht sich zumeist auf konfliktträchtige Gruppierungen, die in Lehre oder Ritus eigene Vorstellungen entwickelt haben. Häufig werden auch Gemeinschaften, die sich von einer Mutterreligion abgespalten haben, als Sekte bezeichnet.

Seit den 1960er Jahren veränderte sich die religiöse Landschaft. Psychogruppen wie Scientology entstanden, die Esoterikwelle erlebte ihren Boom. Der Begriff Sekte wurde inflationär für Gruppierungen angewandt, deren Auftreten als moralisch verwerflich, problematisch oder gefährlich angesehen wird. Weil die Konnotationen zum Sektenbegriff derart negativ sind, kann dies zu einer vorschnellen Etikettierung und Stigmatisierung führen.

Heute werden in der modernen Religionswissenschaft und Soziologie anstelle des Begriffs Sekte neutrale, nicht wertende Bezeichnungen, wie Religiöse Sondergemeinschaft oder Neue religiöse Bewegung verwendet.

Strukturierung des religiösen Marktes

Grundsätzlich gibt es kaum verlässliche Zahlenangaben zu Mitgliedern Neuer religiöser Bewegungen. Es lassen sich jedoch bei den Gruppierungen einige Tendenzen in der Weltanschauung finden, die eine folgende Strukturierung sinnvoll machen:

  • Psychogruppen (Scientology)
  • Neuoffenbarungsgruppen (Mormonen, Fiat Lux)
  • Guruismus (Baghwan)
  • Spiritualistische Gruppen (Bruno Gröning Freundeskreis)
  • Christliche Gruppen (Zeugen Jehovas)
  • Sonstige (Scientismus, Logen, Geheimbünde, etc.)

Diese Strukturierung erlaubt auch Mischformen und ist keinesfalls abschließend.

Gründe für die Attraktivität Neuer religiöser BEwegungen

  • Passung (Ich finde genau das in der Gruppe, wonach ich immer gesucht habe)
  • Orientierung
  • Wunsch nach Erlösung
  • Elitebewusstsein
  • Geborgenheit (Kontakt zu Gleichgesinnten, scheinbar verlässliche Beziehungen)
  • Erfahrbare Spiritualität

Risiken und Nebenwirkungen

  • Emotionale Abhängigkeit
  • Wirklichkeitsverlust
  • Hoher Konformitätsdruck
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Leistungsdruck
  • Zeitliche, körperliche oder seelische Überlastung
  • Spirituelle Krisen

Außersinnliche Wahrnehmung

Ich hab´s gewusst!!

Wer kennt diese Situationen nicht: Das Telefon klingelt, und bevor wir abheben, wissen wir wer am anderen Ende der Leitung ist. Zufall oder nicht? Ein hoher Prozentsatz der Bevölkerung kennt solche und andere präkognitive Erlebnisse. Gerade bei emotional bedeutsamen Situationen, wie beispielsweise dem Tod eines Familienangehörigen, berichten Menschen immer wieder von außergewöhnlichen Erlebnissen und Vorahnungen. Diese Vorahnungen lassen sich erst nach Eintreten des Ereignisses bestätigen und weisen manchmal eine sehr hohe Musterübereinstimmung mit dem tatsächlichen Ereignis auf. Vorahnungen können sich ganz unterschiedlich gestalten: Manche Menschen berichten von sog. Wahrträumen, Visionen oder einem diffusen Gefühl. Wenn Menschen erleben, dass sich ihre Vorahnungen bestätigen, kann dies manchmal zu Verunsicherungen führen. Häufig wagen die Betreffenden es nicht, über ihre Erfahrungen zu sprechen. Manche denken auch, dass sie „verantwortlich“ für das Eintreten eines schlimmen Ereignisses sind, weil sie es ja vorher wussten.

ASW und Wissenschaft

ASW erweist sich in zahlreichen Experimenten als robuster physikalischer Effekt, jedoch nicht im Sinne einer zuverlässigen Informationsübertragung über Raum und Zeit.

Nach dem Modell der Pragmatischen Information [MPI] (vgl. Lucadou 1989), handelt es sich bei ASW vielmehr um eine Korrelation, die allerdings (in gewisser Weise und unter bestimmten Bedingungen) nicht von Raum und Zeit abhängt. Solche Verschräkungskorrelationen sind im Bereich der Physik wohl vertraut; neu ist lediglich, dass sie nun auch im Bereich der Psychologie auftreten sollen. Die Ergebnisse parapsychologischer Forschung sprechen also dafür, dass die Gesetze der Quantenphysik tatsächlich auch in der Psychologie gelten könnten.

Verschränkungskorrelationen haben einige typische Eigenschaften. Es hat sich beispielsweise erwiesen, dass jeder Versuch, die Korrelation als eine Informationsübertragung zu benützen, diese zum Verschwinden bringt. Daher sind außersinnliche Wahrnehmungen  sehr flüchtig und bedürfen einer gewissen Resonanz.

Es lässt sich zusammenfassen:

ASW hängt von unbewussten Faktoren ab, tritt sporadisch und unvorhersehbar auf und ist nicht willentlich steuerbar.

Wie kann man mit Vorahnungen umgehen?

 

  • Selbst bei vorherigem Eintreten von Wahrträumen oder Vorahnungen, sollte man sich nicht auf ASW verlassen.
  • ASW kann lediglich als Hinweis auf bestimmte Dinge verstanden werden und bedarf der Interpretation.
  • Es ist sinnvoll, sich möglichst viele Interpretationen von präkognitiven Eindrücken zu überlegen.
  • Präkognitive Eindrücke sollten nur spärlich und sehr einfühlend mit dem Umfeld geteilt werden. (z.B. „Ich habe das Gefühl, du solltest heute vorsichtig fahren, statt: Dir wird heute ein Unfall passieren!)
  • Präkognitive Eindrücke in ein Tagebuch notieren und Hinweise auf die mögliche Bedeutung der Eindrücke sammeln, hilft den Kopf frei zu bekommen und ein Gefühl für Interpretationen zu entwickeln.
  • Eintreffende Ereignisse lassen sich durch Vorahnungen oder Wahrträume nicht beeinflussen.
  • ASW kann als Hilfestellung verstanden werden, um auf eintreffende Ereignisse besser vorbereitet zu sein.

Zum Weiterlesen:

  • Lucadou, W. v.: „Wie hell sehen Hellseher?”, In: Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, 33, 1991, S. 237-249. (auch auf unserer Homepage erhältlich)
  • Müller, K. E.: Der sechste Sinn, Ethnologische Studien zu Phänomenen der außersinnlichen Wahrnehmung, Bielefeld 2004.
  • Schredl, M.: Präkognitive Träume, In: Zeitschrift für Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie, 40/41, 1998/1999, S. 134-158

Embodimentstörungen

Der böse Nachbar…..?

Am Ausgangspunkt von sog. Embodimentphänomen, steht in der Regel ein Konflikt im näheren Umfeld, der dazu führt, dass sich die Personen in ihrer direkten häuslichen Umgebung nicht mehr wohl fühlen. Die konflikthafte Lage entspannt sich anschließend nicht, sondern verschärft sich zunehmend. Betroffene fühlen sich manipuliert, gequält und gemobbt vom Konfliktgegner. In der Wohnung werden scheinbar unerklärliche Phänomene wahrgenommen, manche berichten auch von Geräuschbelästigungen, Stimmen oder mentaler Beeinflussung durch den Konflikgegner. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Betroffenen bereits erfolglose Anzeigen gegen den Konfliktgegner erstattet, oder versucht denjenigen selbst zur Rede zu stellen. Meist entwickeln die Betroffenen eigene Erklärungsansätze für die Vorkommnisse und schöpfen dabei aus diversen im Internet verbreiteten Pseudoerklärungen (bsp. Manipulation durch Mikrowellen aus der Nachbarwohung, u.a.)

Zu den unerklärlichen Erlebnissen können verschiedene somatische Symptome kommen, welche die Betroffenen selbst meist in Zusammenhang mit den problematischen sozialen Beziehungen bringen.

Typische Anzeichen:

Eine Embodimentstörung kennzeichnet sich als sehr komplexe Angelegenheit mit folgenden Anzeichen:

  • Erhöhte Salienz (Bedeutungsbelegung)
  • starke Externalisierung (Reize werden als völlig external empfunden)
  • Reale Wahrnehmung mit unklarer Ursache
  • Komplexe Ängste, Paranoia, Panikattacken als Folgeerscheinung
  • Empfindung von Stromschlägen und elektrischen Ladungen an der Körperoberfläche
  • Akustische Phänomene; Tinnitus; Pfeifgeräusche
  • Schlafstörungen
  • Hautirritationen
  • Hypersensibilisierung für äußere akustische und weitere Reize
  • Selbstverstärkende Tendenzen durch entsprechende Interpretationskonzepte.
  • Ohnmachtsgefühle, sehr geschwächtes Selbstwertgefühl

Meist weisen die Betroffenen keine Anzeichen einer Psychose auf. Sie sind in der Lage ihre Symptome differenziert darzustellen und verschiedene Symptombereiche voneinander abzugrenzen. Ihre Schilderungen sind vielseitig, detailreich und von konkreten Beispielen durchzogen. Im Gespräch erweisen sie sich als affektiv schwingungsfähig.

Was hilft?

Embodimentphänomene als Ursache einer gestörten Einbettung in das Umfeld werfen noch viele Fragen auf. Durch die selbstimmunisierenden Tendenzen der Interpretationskonzepte der Betroffenen ist eine Bereitschaft zu Veränderung und Eigeninitiative kaum noch vorhanden. Der Betroffene erlebt die körperlichen Symptome als ständige Bestätigung seiner Interpretationskonzepte und ist so immer weniger in der Lage seine Interpretationen kritisch zu hinterfragen. Es ist in solchen Fällen wichtig, zunächst die angebotenen Interpretationskonzepte ernst zu nehmen und gemeinsam zu überprüfen. Ziel ist es, die völlige Fixierung auf den vermeintlichen Täter zu lösen.

Dabei können verschiedene Maßnahmen unterstützend wirken:

  • Genaue Dokumentation der gerichtsbaren Fakten
  • Demaskierung von Geräuschen
  • Keine unmittelbare Reaktionen auf die Reize zeigen (Irritierung des vermeintlichen Täters, der im System der Betroffenen ja erst dadurch eine Rückmeldung erfährt)
  • Vor dem Einschlafen kann Baldriantee oder Hopfenbier helfen.

Für weitere Informationen und vertiefende Handlungsempfehlungen raten wir Ihnen, mit der Parapsychologischen Beratungsstelle in Kontakt zu treten.

Zum Weiterlesen:

  • Lucadou, W.v.: Lebenshilfeberatung, Beratung bei ungewöhnlichen menschlichen Erfahrungen und spirituellen Krisen – Was braucht der Berater/die Beraterin?, In: Belschner, W.; Galuska J.; Walach H.; Zundel E. (Hrsg.): Perspektiven transpersonaler Forschung. Oldenburg: Transpersonale Studien 3, Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg 2001
  • Lucadou, W.v. (2010). Complex Environmental Reactions as a New Concept to Describe Spontaneous ‘‘Paranormal’’ Experiences. Axiomathes, 21.

Alternative Heilangebote

Alternative Heilangebote-
was ist zu beachten?

Heutzutage sehen sich viele Menschen überfordert, hinsichtlich des enormen Angebots auf dem alternativmedizinischen Markt sowie im Wellness- und Gesundheitsbereich. Es ist somit verständlich, dass Menschen, die mit gesundheitlichen, sozialen oder anderen Problemen zu kämpfen haben, Bedarf an besonders qualifizierter Beratung und effizienter Hilfe haben. Umso wichtiger ist es, dass Professionelle des Gesundheitssystems sowie des alternativ-medizinischen Bereichs sich in hohem Maße um ein verantwortungsvolles Vorgehen bemühen. Oft erreichen die Parapsychologische Beratungsstelle Empfehlungsanfragen von Menschen, die auf der Suche nach guten und ‚seriösen‘ Heilern sind.

Da nun aber zu den allermeisten Angeboten des esoterischen und alternativtherapeutischen Angebots keine wissenschaftlich und empirisch fundierten Untersuchungsergebnisse hinsichtlich ihrer jeweiligen Wirksamkeit vorliegen, lassen sich kaum allgemeingültige ‚Verbraucher-Tipps‘ auf einer inhaltlich-angebotsbezogenen Ebene formulieren.

Anzeichen für seriöse Heiler:

  • Professionalität
  • Methodenvielfalt
  • Selbstkritik des Therapeuten
  • Supervision durch Fachkollegen
  • Fortbildung durch professionelle Veranstaltungen
  • Einbindung in berufsständische Organisationen
  • Therapievertrag: Therapieziele, Dauer und Techniken müssen angegeben werden
  • Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen
  • Datenschutz, Vertraulichkeit
  • Kostenvoranschlag über die Behandlung muss möglich sein
  • Rechnungsstellung (keine Zahlungen ohne Quittung)

Anzeichen für unseriöse Heiler:

  • Fixierung auf die Person (Nur ich kann Dir helfen)
  • Fixierung auf eine Methode (Nur meine Methode kann Dir helfen)
  • Universalanspruch (Ich kann jede Krankheit heilen)
  • Zurschaustellung von Erfolgen (Dankesschreiben aus aller Welt)
  • Selbstimmunisierung (Wer heilt hat Recht)
  • Immunisierungsargumente (Es klappt nicht, wenn Du nicht glaubst)
  • Unfehlbarkeit (Kritik durch den Patienten verrät seine falsche Einstellung und ist ein Zeichen seiner Krankheit)
  • Bekämpfung anderer Verfahren
  • Isolierung (Familienangehörige und Freunde stören die Heilung)
  • Angstmachen
  • Schweigegelübde (Sprich mit niemand darüber)
  • Überhöhte Preise (Barzahlungen ohne Quittung)

Literaturempfehlungen:

  •  Lucadou, W. v.: ,Die Magie der Pseudomaschine‘, In: Belschner, W.; Galuska, J.; Walach H.; Zundel E. (Hrsg.): Perspektiven transpersonaler Forschung. Oldenburg: Transpersonale Studien 3, Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg 2002b.
  • Lucadou, W. v.: „Paramedizin: Man muß sich mehr um die Problematik kümmern!”, In: Ärzte Zeitung 11, Nr. 175, 1.Okt. 1992b, S. 127

 

Parapsychologie

Was ist Parapsychologie?

Der Begriff Parapsychologie (von griech. παρα-, para, „neben“ und ψυχολογία, psychología, „Seelenkunde“) wurde 1889 von dem Psychologen Max Dessoir eingeführt. Die historischen Wurzeln der Parapsychologie sind hauptsächlich im Mesmerismus und Spiritismus begründet. Parapsychologische Phänomene, werden häufig als PSI-Phänomene (gr. Buchstaben ψ (= Psi), dem ersten Buchstaben des Wortes Psyche) bezeichnet. Unter Parapsychologie wird heute die Anwendung empirischer Forschungsstrategien auf Erlebnisse und Verhaltensweisen des Menschen verstanden, die aus dem bisher bekannten Erklärungsrahmen der etablierten Disziplinen von Psychologie, Biologie und Physik herauszufallen scheinen. Damit steht die Parapsychologie notwendigerweise im Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Disziplinen und muss interdisziplinär betrieben werden.

Von Erscheinungen, die heute als „paranormal” bezeichnet werden, wird in der gesamten Kulturgeschichte berichtet.

Parapsychologische Forschung

Unter dem „kognitiven” Aspekt wird als „außersinnliche Wahrnehmung” (ASW) die Frage untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Menschen in der Lage sind, Informationen außerhalb bisher bekannter und definierter sensorischer Kanäle aufzunehmen und/oder abzugeben.

Unter dem „motorischen” Aspekt als „Psychokinese” (PK) wird die Frage untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Menschen eine direkte „psychische” Wirkung auf physikalische Systeme ausüben können, die den bisher bekannten bzw. akzeptierten naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen zu widersprechen scheinen.

Die Parapsychologie beschäftigt sich jedoch auch mit weiteren Anomalien, wie z.B. merkwürdige physikalische Phänomene oder ungewöhnliche menschliche Erfahrungen.

Die Parapsychologische Forschung begründet sich:

  • auf der Sammlung sog. Spontanberichte über ungewöhnliche Erlebnisse
  • auf der Durchführung von Experimenten, bei welchen Versuchspersonen mit standardisierten Tests untersucht werden.
  • auf „qualitativen” Experimenten mit „Sensitiven” oder „Medien”

Merkmale von PSI

Aufgrund diverser Studien werden folgende Merkmale von PSI-Phänomenen heute als weitgehend gesichert angesehen:

  • ASW und PK sind unter Laborbedingungen statistisch-experimentell nachgewiesene „robuste” Effekte.
  • Es handelt sich hierbei um eine allgemein verbreitete, aber unterschiedlich ausgeprägte, „Disposition” des Menschen.
  • PSI hängt von unbewussten Faktoren ab, tritt sporadisch und unvorhersehbar auf und ist nicht willentlich steuerbar.
  • Äußere physikalische Parameter (wie Beschaffenheit der Zielobjekte, räumliche und zeitliche Distanz, Abschirmung usw.) spielen kaum eine Rolle.
  • Psychologische Variablen (überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, wie Extraversion oder emotionale Stabilität, sowie die Einstellung der Vp) korrelieren signifikant mit dem Testergebnis.
  • ASW und PK sind strukturell miteinander verwandt.

Das „Modell der Pragmatischen Information“ (MPI) und die „Weak Quantum Theorie“ (WQT) stellen nichtreduktionistische Modelle dar, deren Ansätze sich als erfolgreich beim Verständnis von Psi-Phänomenen erweisen.

Zum Weiterlesen:

  • Bauer, E.; Lucadou W.v.: Parapsychologie: Handwörterbuch Psychologie. Asanger, R.; Wenninger, G. (Hrsg.), München-Weinheim, 1988. 517-524.
  • Lucadou, W. v.: Psyche und Caos – Theorien der Parapsychologie, Frankfurt am Main 1995
  • Lucadou, W.v., Römer, H., Walach, H. (2007): Synchronistic Phenomena as Entanglement Correlations in Generalized Quantum Theory. Journal of Consciousness Studies, 14, No.4, pp. 50-74.

Spirituelle Krisen

Was ist eine spirituelle Krise?

Der Begriff „spirituelle Krise“ kennzeichnet kein fest umrissenes Krankheitsbild, sondern bezeichnet vielmehr einen außergewöhnlichen Bewusstseinszustand. Spirituelle Krisen zeigen ein breit gefächertes Erscheinungsbild. Auf körperlicher Ebene können sich beispielsweise Schlaflosigkeit, heftige innere Unruhen, Schmerzen, körperliche Energiephänomene uvm. einstellen. Spirituelle Krisen drücken sich höchst individuell aus und können auch mit anderen psychischen Erkrankungen einhergehen. Angst ist ein häufiges Begleitphänomen von spirituellen Krisen.

Manche Betroffenen haben Angst ihre Identität und ihre Persönlichkeit zu verlieren. Doch oft können diese Phasen der inneren Verwirrung und der Suche auch mit transformierenden Prozessen einhergehen. In diesem Sinne sind spirituelle Krisen immer auch eine Chance zu Veränderung und persönlichem Wachstum.

In Zeiten spiritueller Krisen erweisen sich kompetente und wertschätzende Begleiter oft als sehr hilfreich.

Auslöser für spirituelle Krisen:

Spirituelle Krisen werden meist von vielfältigen Bedingungskonstellationen begünstigt. Verschiedene Faktoren können bei  der Entwicklung einer spirituellen Krise eine Rolle spielen:

  • Physische Faktoren (Krankheit, Unfälle, Geburt, Fehlgeburt, extremer Schlafmangel)
  • Psychische Faktoren (Tod eines Nahestehenden Menschen, Trennung oder Verlusterfahrung, emotionale Erschütterungen,
  • Äußere Faktoren (Verlust von Besitz oder Arbeitsplatz)
  • Körperorientierte Methoden (Meditation)
  • Drogeninduzierte Erfahrungen
  • Paranormale oder mediale Erlebnisse
  • Transpersonale Erfahrungen (Stille, Leere, Weite)
  • Nahtoderfahrungen
  • Probleme mit Glaubensgruppierungen, Religion und entsprechenden Ritualen

Was hilft?

Die folgenden Vorschläge müssen auf die jeweilige Situation des Betroffenen bezogen werden. Ziel dabei ist es, dass der Betroffene wieder Kontrolle über sich und sein Körper erlangt- ohne die spirituellen Erfahrungen auszugrenzen. Dabei helfen:

  • Körperorientierte Methoden (z.B. kalte Bäder)
  • Viel Ruhe
  • Bewegung in der Natur
  • Atemtechniken
  • Haus- und Gartenarbeit
  • Vorrübergehendes Aussetzen von Meditationspraxis
  • Inhaltliche Betreuung/ Aufklärung über typische Begleiterscheinungen
  • Reflektion von Ernährungsgewohnheiten
  • Veränderung von alltäglichen Bewegungsgewohnheiten
  • Ressourcenorientierte Haltung
  • Therapeutische Begleitung

Die Parapsychologische Beratungsstelle bietet Betroffenen die Gelegenheit zu ausführlichen Gesprächen. Zudem arbeiten wir eng mit der Fachklinik Heiligenfeld in Bad Kissingen zusammen, die ein spezielles therapeutisches Angebot für parapsychologische, spirituelle und religiöse Probleme und Krisen anbietet.