Embodimentstörungen

Der böse Nachbar…..?

Am Ausgangspunkt von sog. Embodimentphänomen, steht in der Regel ein Konflikt im näheren Umfeld, der dazu führt, dass sich die Personen in ihrer direkten häuslichen Umgebung nicht mehr wohl fühlen. Die konflikthafte Lage entspannt sich anschließend nicht, sondern verschärft sich zunehmend. Betroffene fühlen sich manipuliert, gequält und gemobbt vom Konfliktgegner. In der Wohnung werden scheinbar unerklärliche Phänomene wahrgenommen, manche berichten auch von Geräuschbelästigungen, Stimmen oder mentaler Beeinflussung durch den Konflikgegner. Zu diesem Zeitpunkt haben die meisten Betroffenen bereits erfolglose Anzeigen gegen den Konfliktgegner erstattet, oder versucht denjenigen selbst zur Rede zu stellen. Meist entwickeln die Betroffenen eigene Erklärungsansätze für die Vorkommnisse und schöpfen dabei aus diversen im Internet verbreiteten Pseudoerklärungen (bsp. Manipulation durch Mikrowellen aus der Nachbarwohung, u.a.)

Zu den unerklärlichen Erlebnissen können verschiedene somatische Symptome kommen, welche die Betroffenen selbst meist in Zusammenhang mit den problematischen sozialen Beziehungen bringen.

Typische Anzeichen:

Eine Embodimentstörung kennzeichnet sich als sehr komplexe Angelegenheit mit folgenden Anzeichen:

  • Erhöhte Salienz (Bedeutungsbelegung)
  • starke Externalisierung (Reize werden als völlig external empfunden)
  • Reale Wahrnehmung mit unklarer Ursache
  • Komplexe Ängste, Paranoia, Panikattacken als Folgeerscheinung
  • Empfindung von Stromschlägen und elektrischen Ladungen an der Körperoberfläche
  • Akustische Phänomene; Tinnitus; Pfeifgeräusche
  • Schlafstörungen
  • Hautirritationen
  • Hypersensibilisierung für äußere akustische und weitere Reize
  • Selbstverstärkende Tendenzen durch entsprechende Interpretationskonzepte.
  • Ohnmachtsgefühle, sehr geschwächtes Selbstwertgefühl

Meist weisen die Betroffenen keine Anzeichen einer Psychose auf. Sie sind in der Lage ihre Symptome differenziert darzustellen und verschiedene Symptombereiche voneinander abzugrenzen. Ihre Schilderungen sind vielseitig, detailreich und von konkreten Beispielen durchzogen. Im Gespräch erweisen sie sich als affektiv schwingungsfähig.

Was hilft?

Embodimentphänomene als Ursache einer gestörten Einbettung in das Umfeld werfen noch viele Fragen auf. Durch die selbstimmunisierenden Tendenzen der Interpretationskonzepte der Betroffenen ist eine Bereitschaft zu Veränderung und Eigeninitiative kaum noch vorhanden. Der Betroffene erlebt die körperlichen Symptome als ständige Bestätigung seiner Interpretationskonzepte und ist so immer weniger in der Lage seine Interpretationen kritisch zu hinterfragen. Es ist in solchen Fällen wichtig, zunächst die angebotenen Interpretationskonzepte ernst zu nehmen und gemeinsam zu überprüfen. Ziel ist es, die völlige Fixierung auf den vermeintlichen Täter zu lösen.

Dabei können verschiedene Maßnahmen unterstützend wirken:

  • Genaue Dokumentation der gerichtsbaren Fakten
  • Demaskierung von Geräuschen
  • Keine unmittelbare Reaktionen auf die Reize zeigen (Irritierung des vermeintlichen Täters, der im System der Betroffenen ja erst dadurch eine Rückmeldung erfährt)
  • Vor dem Einschlafen kann Baldriantee oder Hopfenbier helfen.

Für weitere Informationen und vertiefende Handlungsempfehlungen raten wir Ihnen, mit der Parapsychologischen Beratungsstelle in Kontakt zu treten.

Zum Weiterlesen:

  • Lucadou, W.v.: Lebenshilfeberatung, Beratung bei ungewöhnlichen menschlichen Erfahrungen und spirituellen Krisen – Was braucht der Berater/die Beraterin?, In: Belschner, W.; Galuska J.; Walach H.; Zundel E. (Hrsg.): Perspektiven transpersonaler Forschung. Oldenburg: Transpersonale Studien 3, Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg 2001
  • Lucadou, W.v. (2010). Complex Environmental Reactions as a New Concept to Describe Spontaneous ‘‘Paranormal’’ Experiences. Axiomathes, 21.
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