Satanismus

Was ist Satanismus?

Satanismus ist ein Sammelbegriff für viele unterschiedliche Richtungen und Strömungen, die mitunter wenig Gemeinsamkeiten aufweisen. Gerade durch die unkritische Sensationsberichterstattung in den Medien wird dieses gesellschaftliche Randphänomen häufig überbewertet.

Ursprünglich bezieht sich der Satanismus auf monotheistische Religionen, wie Christentum oder Judentum und geht dabei auf antike Vorstellungen einer dualistisch angelegten Welt zurück. Frühe Formen einer rituellen und bald auch kommerzialisierten Verehrung des Satans wurzeln im 17. Jahrhundert und finden ihr Motiv in einer Protesthaltung dem Christentum gegenüber.

Die vielfältigen Strömungen, welche dem Satanismus zugeordnet werden, sind heute schwer abgrenzbar und zeichnen sich gerade auch durch fließende Übergänge zu anderen Bewegungen und Weltanschauungen aus. Dabei gehört der sog. jugendzentristische Satanismus zu den populärsten Formen. Hier ist der sehr willkürliche und individuelle Mix aus okkult-magisch-spiritistischen Zusammenhängen besonders charakteristisch. Allerdings handelt  es sich dabei meist nur um eine vorübergehende Phase.

Verschiedene Richtungen

Subkulturelle Bewegungen wie die Gothic- oder Blackmetalszene bedienen sich v.a. einer satanistischen Symbolsprache, weisen ansonsten jedoch wenig inhaltliche Bezüge zu anderen Formen des Satanismus auf. Satanismus gibt es u.a. in folgenden Spielarten:

  • Ritueller Satanismus (Orden bzw. Logen mit festgelegtem Ritualsystem)
  • Rationalistischer/ philosophischer Satanismus (Satan als Symbol gesell. Auflehnung)
  • Okkultistisch-traditioneller Satanismus (bibl. Satansverständnis)
  • Acid-Satanismus (sadistische/ perverse Triebe und eigene Person stehen im Mittelpunkt)
  • Psychotischer Satanismus
  • Jugendzentristischer Satanismus (unorganisierte Gruppierungen)

Diese Strukturierung erlaubt auch Mischformen und ist keinesfalls abschließend.

Gründe für Jugendsatanismus

  • Protest und Abgrenzung
  • Autonomiebestrebungen
  • Neugierde und Experimentierfreudigkeit
  • Wunsch nach Macht und Aufwertung der Person
  • Gruppenidentität (Kontakt zu Gleichgesinnten, scheinbar verlässliche Beziehungen)
  • Befreiung von einem neg. Gottesbild

Risiken und Nebenwirkungen:

  • Emotionale Abhängigkeit
  • Wirklichkeitsverlust
  • Hoher Konformitätsdruck
  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Leistungsdruck
  • Zeitliche, körperliche oder seelische Überlastung
  • Ängste
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