Alternative Heilangebote

Alternative Heilangebote-
was ist zu beachten?

Heutzutage sehen sich viele Menschen überfordert, hinsichtlich des enormen Angebots auf dem alternativmedizinischen Markt sowie im Wellness- und Gesundheitsbereich. Es ist somit verständlich, dass Menschen, die mit gesundheitlichen, sozialen oder anderen Problemen zu kämpfen haben, Bedarf an besonders qualifizierter Beratung und effizienter Hilfe haben. Umso wichtiger ist es, dass Professionelle des Gesundheitssystems sowie des alternativ-medizinischen Bereichs sich in hohem Maße um ein verantwortungsvolles Vorgehen bemühen. Oft erreichen die Parapsychologische Beratungsstelle Empfehlungsanfragen von Menschen, die auf der Suche nach guten und ‚seriösen‘ Heilern sind.

Da nun aber zu den allermeisten Angeboten des esoterischen und alternativtherapeutischen Angebots keine wissenschaftlich und empirisch fundierten Untersuchungsergebnisse hinsichtlich ihrer jeweiligen Wirksamkeit vorliegen, lassen sich kaum allgemeingültige ‚Verbraucher-Tipps‘ auf einer inhaltlich-angebotsbezogenen Ebene formulieren.

Anzeichen für seriöse Heiler:

  • Professionalität
  • Methodenvielfalt
  • Selbstkritik des Therapeuten
  • Supervision durch Fachkollegen
  • Fortbildung durch professionelle Veranstaltungen
  • Einbindung in berufsständische Organisationen
  • Therapievertrag: Therapieziele, Dauer und Techniken müssen angegeben werden
  • Aufklärung über Risiken und Nebenwirkungen
  • Datenschutz, Vertraulichkeit
  • Kostenvoranschlag über die Behandlung muss möglich sein
  • Rechnungsstellung (keine Zahlungen ohne Quittung)

Anzeichen für unseriöse Heiler:

  • Fixierung auf die Person (Nur ich kann Dir helfen)
  • Fixierung auf eine Methode (Nur meine Methode kann Dir helfen)
  • Universalanspruch (Ich kann jede Krankheit heilen)
  • Zurschaustellung von Erfolgen (Dankesschreiben aus aller Welt)
  • Selbstimmunisierung (Wer heilt hat Recht)
  • Immunisierungsargumente (Es klappt nicht, wenn Du nicht glaubst)
  • Unfehlbarkeit (Kritik durch den Patienten verrät seine falsche Einstellung und ist ein Zeichen seiner Krankheit)
  • Bekämpfung anderer Verfahren
  • Isolierung (Familienangehörige und Freunde stören die Heilung)
  • Angstmachen
  • Schweigegelübde (Sprich mit niemand darüber)
  • Überhöhte Preise (Barzahlungen ohne Quittung)

Literaturempfehlungen:

  •  Lucadou, W. v.: ,Die Magie der Pseudomaschine‘, In: Belschner, W.; Galuska, J.; Walach H.; Zundel E. (Hrsg.): Perspektiven transpersonaler Forschung. Oldenburg: Transpersonale Studien 3, Bibliotheks- und Informationssystem der Universität Oldenburg 2002b.
  • Lucadou, W. v.: „Paramedizin: Man muß sich mehr um die Problematik kümmern!”, In: Ärzte Zeitung 11, Nr. 175, 1.Okt. 1992b, S. 127

 

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Parapsychologie

Was ist Parapsychologie?

Der Begriff Parapsychologie (von griech. παρα-, para, „neben“ und ψυχολογία, psychología, „Seelenkunde“) wurde 1889 von dem Psychologen Max Dessoir eingeführt. Die historischen Wurzeln der Parapsychologie sind hauptsächlich im Mesmerismus und Spiritismus begründet. Parapsychologische Phänomene, werden häufig als PSI-Phänomene (gr. Buchstaben ψ (= Psi), dem ersten Buchstaben des Wortes Psyche) bezeichnet. Unter Parapsychologie wird heute die Anwendung empirischer Forschungsstrategien auf Erlebnisse und Verhaltensweisen des Menschen verstanden, die aus dem bisher bekannten Erklärungsrahmen der etablierten Disziplinen von Psychologie, Biologie und Physik herauszufallen scheinen. Damit steht die Parapsychologie notwendigerweise im Schnittpunkt ganz unterschiedlicher Disziplinen und muss interdisziplinär betrieben werden.

Von Erscheinungen, die heute als „paranormal” bezeichnet werden, wird in der gesamten Kulturgeschichte berichtet.

Parapsychologische Forschung

Unter dem „kognitiven” Aspekt wird als „außersinnliche Wahrnehmung” (ASW) die Frage untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Menschen in der Lage sind, Informationen außerhalb bisher bekannter und definierter sensorischer Kanäle aufzunehmen und/oder abzugeben.

Unter dem „motorischen” Aspekt als „Psychokinese” (PK) wird die Frage untersucht, ob und unter welchen Bedingungen Menschen eine direkte „psychische” Wirkung auf physikalische Systeme ausüben können, die den bisher bekannten bzw. akzeptierten naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen zu widersprechen scheinen.

Die Parapsychologie beschäftigt sich jedoch auch mit weiteren Anomalien, wie z.B. merkwürdige physikalische Phänomene oder ungewöhnliche menschliche Erfahrungen.

Die Parapsychologische Forschung begründet sich:

  • auf der Sammlung sog. Spontanberichte über ungewöhnliche Erlebnisse
  • auf der Durchführung von Experimenten, bei welchen Versuchspersonen mit standardisierten Tests untersucht werden.
  • auf „qualitativen” Experimenten mit „Sensitiven” oder „Medien”

Merkmale von PSI

Aufgrund diverser Studien werden folgende Merkmale von PSI-Phänomenen heute als weitgehend gesichert angesehen:

  • ASW und PK sind unter Laborbedingungen statistisch-experimentell nachgewiesene „robuste” Effekte.
  • Es handelt sich hierbei um eine allgemein verbreitete, aber unterschiedlich ausgeprägte, „Disposition” des Menschen.
  • PSI hängt von unbewussten Faktoren ab, tritt sporadisch und unvorhersehbar auf und ist nicht willentlich steuerbar.
  • Äußere physikalische Parameter (wie Beschaffenheit der Zielobjekte, räumliche und zeitliche Distanz, Abschirmung usw.) spielen kaum eine Rolle.
  • Psychologische Variablen (überdauernde Persönlichkeitsmerkmale, wie Extraversion oder emotionale Stabilität, sowie die Einstellung der Vp) korrelieren signifikant mit dem Testergebnis.
  • ASW und PK sind strukturell miteinander verwandt.

Das „Modell der Pragmatischen Information“ (MPI) und die „Weak Quantum Theorie“ (WQT) stellen nichtreduktionistische Modelle dar, deren Ansätze sich als erfolgreich beim Verständnis von Psi-Phänomenen erweisen.

Zum Weiterlesen:

  • Bauer, E.; Lucadou W.v.: Parapsychologie: Handwörterbuch Psychologie. Asanger, R.; Wenninger, G. (Hrsg.), München-Weinheim, 1988. 517-524.
  • Lucadou, W. v.: Psyche und Caos – Theorien der Parapsychologie, Frankfurt am Main 1995
  • Lucadou, W.v., Römer, H., Walach, H. (2007): Synchronistic Phenomena as Entanglement Correlations in Generalized Quantum Theory. Journal of Consciousness Studies, 14, No.4, pp. 50-74.

Okkultismus

Der Begriff Okkultismus (lat. occultus = verborgen, geheim, verdeckt) ist ein unklar abgegrenzter Sammelbegriff für Phänomene, Praktiken und weltanschauliche Systeme, die auch als ‚esoterisch‘, ‚paranormal‘, ‘übersinnlich’, oder Ähnliches bezeichnet werden. Der Begriff ‚das Okkulte‘ wird häufig auch als vage Sammelbezeichnung für das Unerklärte verwendet.

Geschichte des Okkultismus

Wurzeln des Okkultismus lassen sich bereits in der Antike finden. Der moderne Okkultismus jedoch entsteht zeitgleich mit dem Spiritismus etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. Eng damit verbunden ist die Idee, durch unterschiedliche Methoden und Praktiken mit der sog. ‚Geisterwelt‘ kommunizieren zu können. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts sind spiritistische Sitzungen äußerst beliebte ‘Gesellschaftsspiele’, die jedoch mit den Weltkriegen zunehmend in Vergessenheit geraten. In den 70er Jahren entsteht eine erneute ‚Okkultismuswelle‘. Vor allem Jugendzeitschriften machen okkulte Praktiken publik. Die vom Land Baden-Württemberg geförderte Parapsychologische Beratungsstelle leistet seit über 25 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung.

Okkulte Praktiken

Im engeren Sinne versteht man unter okkulten Techniken:

  • Gläser- und Tischrücken
  • Wünschelrutengehen
  • Pendeln
  • Seancen

Dabei ist das Gläserrücken die am meisten unter Jugendlichen verwendete Technik. Davon zu unterscheiden sind die sog. mantischen Techniken, bei welchen ein Orakel zur Zukunft befragt wird, z.B:

  • Tarotkarten
  • Kaffeesatz

Beide Techniken werden oft miteinander vermischt angewendet, haben jedoch unterschiedliche Auswirkungen.

Weshalb beschäftigen sich Jugendliche mit Okkultismus?

  • existentielle Fragen werden angesprochen (Sinn, Tod, Liebe, etc.)
  • Ich-Findung (Identifikation)
  • alternativer Weltentwürfe entwickeln
  • Bewusstseinserweiterung
  • Neugierde, Spiel
  • eigenen Handlungsraum erweitern
  • Grenzerfahrungen/ veränderte Bewusstseinszustände
  • Handlungskontrolle nach Ohnmachtserfahrungen wieder erlangen
  • Orientierungshilfe und Komplexitätsreduktion
  • intensive Gruppenerlebnisse

Im Umgang mit dem Okkulten können folgende Risiken und Nebenwirkungen entstehen:

  • Ängste
  • Ratlosigkeit
  • Schuldgefühle (Angst mit den falschen Mächten im Pakt zu sein)
  • Verunsicherung durch unerklärliche Phänomene
  • Gefühl der Fremdbestimmung

 

 

Buchempfehlung:

Lucadou, W.v.; Poser, M.: Geister sind auch nur Menschen – Was steckt hinter okkulten Erlebnissen. Herder:  Freiburg 1997.